Archiv für die Kategorie „Gesundheitspolitik“

Rauchwarnmelder können leben schützen, oder:
Weniger Feuertote, mehr Tote durch Haushaltsunfälle

 

Alexander Spörr

 

Rauchwarnmelder können zweifelsfrei Leben retten.
Nur eine Installationspflicht, wie sie in den Bundesländern seit wenigen Jahren eingeführt wird, halte ich nicht für erstrebenswert.

Andreas Fischer, FDP Mitglied des bayerischen Landtages, sieht sich als treibende Kraft bei  der Zwangseinführung von Rauchwarnmeldern in privaten Haushalten und verweist darauf, dass es ihm eine Herzensangelegenheit ist. Ich kenne Andreas Fischer so gut, dass ich behaupten kann: „Ja, die Rauchwarnmelder liegen ihm am Herzen“. Doch das mit dem Herzen ist so eine Sache. Nur weil es vom Herzen kommt muss es nicht vernünftig bzw. richtig sein.

Andreas Fischer veröffentlichte in einer Pressemitteilung :

„Pro Jahr sterben in Bayern etwa 60 Menschen durch einen Brand, etwa 70 Prozent von ihnen nachts.“ und „Mit einer gesetzlichen Pflicht könnten wir es schaffen, dass rund 80 Prozent aller privaten Wohngebäude mit Rauchmeldern ausgestattet werden“.

Fischer teilt freilich nicht  mit, wie viele Menschen gerettet werden könnten! Dabei wäre gerade dies das Maß der Dinge.
Aber gehen wir mal vom theoretischen Wert und Bestcase 48 Überlebende (80% von 60 Opfern), die dem Feuertod entrinnen können, aus.

Persönlich erwarte ich, dass Hausfrauen und – männer millionenfach auf Stühle und Haushaltsleitern klettern werden, um die Rauchwarnmelder von Spinnweben und Fliegendreck zu befreien. Klar, auch Kletteraktionen zur Beseitigung von Störungen des Gerätes oder des Batterieaustausches kommen hinzu.

Die Abgeordneten müssen sich klar sein, dass sie dieses Verhalten mit Ihrer Gesetzgebung provozieren bzw. erzwingen.

Derzeit sterben in Bayern knapp 700 Menschen durch Haushaltsunfälle. Ein Großteil der Verunglückten erliegt Kopfverletzungen, einer typischen Sturzverletzung.

Sollten tödliche Haushaltsunfälle durch gesetzgeberisch provozierte Heimkletteraktionen und Überkopfarbeiten, um nur 7% steigen, wären Erfolge aus der Brandbekämpfung überkompensiert. Neudeutsch wäre das Gesetz eine unverantwortliche „Killer-Applikation“.

Eine Steigerung von 7% halte ich in Anbetracht einer millionenfach höheren Nutzung von Haushaltsleitern und Hockern, sowie einer immer älter werdenden Gesellschaft und damit verbunden ,mit einer erhöhten Sturzgefahr des Einzelnen für realistisch.

Außerdem möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass der  7%-Wert zur Überkompensation nur erreicht werden müsste, wenn auf der anderen Seite der Idealfall von 80% Rauchmelder Errettenden einträte. Was in der Realität wohl kaum erreichbar ist.

Für mich ist es völlig unverständlich, dass wir vom Gesetzgeber gezwungen werden sollen, in unseren eigenen vier Wänden mit unserer Gesundheit Vabanque zu spielen.

Deshalb sollten alle Verantwortlichen noch mal in sich gehen, und überlegen, ob sie es verantworten können unter Umständen in der Endsumme mehr Tote erzwungen zu haben.

Im Zweifel für die Freiheit und Eigenverantwortung!

Unberücksichtigt habe ich an dieser Stelle mal die Punkte Überwachung, Bürokratie, Kosten gelassen. Ggf. werde ich aber darauf nochmals zurück kommen.

 

ergänzende Links:

Deutsche sind beim Putzen leichtsinnig

Radiokolumne: Rauchmelder für alle! (Christoph Süß)

(Links hinzugefügt am 25. April 2012)

 

 

 

 

 

Alexander Spörr

Die Krankenkassen sollen laut Orthopädieverordnung des Bundes die Zwingererrichtung für Blindenführhunde mit bis zu 435 Euro fördern.

Der aus Tettenweis (Landkreis Passau/Bayern) operierende Verein zur Förderung der Mobilität durch Blindenführ- und Servicehunde, Dogxaid e.V., meint nun, dass diese Förderung gestrichen werden muss.

Alexander Spörr, Vorsitzender des Vereines erklärt: „Spätestens mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist klargestellt, dass niemand aufgrund seiner Behinderung und auch nicht aufgrund seines „tierischen” Hilfsmittels diskriminiert werden darf“ (Artikel 9, UN-Behindertenrechtskonvention).

Das „Parken” eines Blindenführhundes in einem Zwinger ist daher nicht mehr notwendig. Überdies kann er dort seinen Zweck nicht erfüllen.

Dogxaid e.V. argumentiert weiter, dass ein Blindenführhund gelernt habe stundenweise alleine in der Wohnung zu sein. Auch sei ein „Parken“ im Zwinger in keinster Weise dazu geeignet, das Verhältnis zwischen Blindenführhundehalter und Blindenführhund zu verbessern. Die Unterbringung in einem Zwinger berge die Gefahr, dass das Verhältnis zu seinem Hundeführer mangels Sozialkontakt nachhaltig gestört wird und sich dies in der Diensttauglichkeit des Hundes bemerkbar mache.

Letztlich verweist Spörr auf nachhaltige Verwendung der finanziellen Mittel: „Streichen der Förderung ist für den Gesetzesgeber kostenneutral. Für die Gesundheitskassen ergibt sich ein Einsparpotenzial. Wir sind der Auffassung, dass dieses eingesparte Geld eine Investition in eine verbesserte Führhundeausbildung sein kann.“

Alexander Spörr

„Die Krankenkassen streichen mit ihren Überschüssen das Geld der Beitrags- und Steuerzahler ein und nehmen dafür hohe Zinsgewinne ein“, sagt der FDP-Kreisvorsitzende Alexander Spörr. Die Gewinne müssten aber den Versicherten zu Gute kommen, „schließlich sind Krankenkassen keine Sparkassen!“, meint Spörr.

Die Gründe für eine Abschaffung der Praxisgebühr liegen auf der Hand. So wurde das ursprüngliche Ziel einer Steuerung der Häufigkeit von Arztbesuchen klar verfehlt. Einerseits sei bei sozial besser gestellten Bürgern keinerlei Lenkungswirkung erkennbar, andererseits bestehe bei den sozial Schwächeren die Gefahr der Krankheitsverschleppung mit hohen Folgen für die Solidargemeinschaft, stellt der Kreisvorsitzende fest.

„Geblieben ist lediglich der bürokratische Mehraufwand. Allein die Verwaltung und das Mahnwesen für die Praxisgebühr belaufen sich Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zufolge auf knapp 360 Millionen Euro – und das jährlich“.

Mit dem Gesetz zur Stabilisierung, Konsolidierung und Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung, das am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, habe die schwarz-gelbe Koalition einen TFDP Chefreffer gelandet, sagte FDP Kreischef Spörr. „Zum ersten Mal seit Langem vermelden die Krankenkassen Überschüsse in zweistelliger Milliardenhöhe. Jetzt ist es an der Zeit, diejenigen zu entlasten, die diese Gewinne mit ihren Beiträgen erst möglich gemacht haben.“

Am 18. Januar 2011 fand ein Treffen beim GKV Spitzenverband in Berlin zum Thema Präqualifikation der Leistungserbringer im Hilfsmittelbereich der Blindenführhundeversorgung statt.

Für den Fortgang der Verhandlungen bedeutsame Tendenzen können Sie bei Dogxaid e.V. nachlesen.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nimmt die Einladung zu den Bad Füssinger Gesprächen im Herbst 2010 an. Wir freuen uns darauf.