Viel Rauch um Lobbyisten Gerede, wenig handfeste Fakten bei der Einführung von Rauchwarnmelder

Alexander Spörr

Künftig haben wir Bürger die Pflicht in die Kinderzimmer und unsere eigenen Schlafräume Rauchwarnmelder zu installieren, weil Feuerwehr und Lobbyistenverbände dies empfehlen.

Mich überzeugen diese unfundierten Empfehlungen nicht. Zwangsläufig kommt mir hierbei die unsägliche Einführung von sog. Energiesparlampen in den Sinn. Dass diese Lampen alles andere als umwelt- und gesundheitsfreundlich sind wissen wir heute.

Vor einer Entscheidung zu einer Rauchwarnmelderpflicht sollte man sich über den Wirkungsgrad eines Rauchmelders im Klaren werden. Ebenso, ob hier durch nicht nur eine Gesundheits-Risikoverlagerung statt findet. Insbesondere (auch tödliche) Sturzunfälle bei der Reinigung der Rauchmelder befürchte ich. Eine weitere Gefahr sehe ich bei den verwendeten Kunststoffen die gefährlich ausdünsten können. Gerade in Kinderzimmern können meiner Meinung nach für Säuglinge und Kinder besonders hohe Gesundsheitsrisiken entstehen.

Wir Bürger sollten nicht bereit sein, die Zwangseinführung der Rauchwarnmelder einfach so hinzunehmen ohne die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen, speziell wenn davon Gefahren für die Gesundheit ausgehen können.

Die Politik muss hier die notwendige Transparenz schaffen. Persönlich möchte ich mehr Fakten über dieses Vorhaben unserer Politiker. Deshalb habe ich dem zuständigen Ministerium eine schriftliche Anfrage übersendet und um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. Wieso erfolgt die Einführung nicht auf freiwilliger Basis?

2. Auf welcher gesicherten Erkenntnis wird die Rauchmelderpflicht eingeführt?

3. Welche Gutachten sind hierfür Grundlage?

4. In welchem Maße sind in den Bundesländern. die bereits die Rauchwarnmelderpflicht eingeführt haben, die tödlichen Unfälle rückläufig?

5. Wurden Untersuchungen beauftragt, die Aufschluss geben, wie viele Haushaltsunfälle und in welcher Schwere, durch Putzen und Reinigen der Rauchwarnmelder zu erwarten sind?

6. Wie stellt der Freistaat Bayern vor allem zum Schutze von Säuglingen und Kindern sicher, dass nur gesundheitlich unbedenkliche Feuerwarnmelder verwendet werden? Insbesondere bezogen auf die Verwendung von ggf. ausdünstenden gefährlichen Kunststoffen?

Sollte ich Antworten auf meine Fragen erhalten, teile ich diese an dieser Stellen mit.

Weniger Feuertote, mehr Tote durch Haushaltsunfälle

Rauchwarnmelder können leben schützen, oder:
Weniger Feuertote, mehr Tote durch Haushaltsunfälle

 

Alexander Spörr

 

Rauchwarnmelder können zweifelsfrei Leben retten.
Nur eine Installationspflicht, wie sie in den Bundesländern seit wenigen Jahren eingeführt wird, halte ich nicht für erstrebenswert.

Andreas Fischer, FDP Mitglied des bayerischen Landtages, sieht sich als treibende Kraft bei  der Zwangseinführung von Rauchwarnmeldern in privaten Haushalten und verweist darauf, dass es ihm eine Herzensangelegenheit ist. Ich kenne Andreas Fischer so gut, dass ich behaupten kann: „Ja, die Rauchwarnmelder liegen ihm am Herzen“. Doch das mit dem Herzen ist so eine Sache. Nur weil es vom Herzen kommt muss es nicht vernünftig bzw. richtig sein.

Andreas Fischer veröffentlichte in einer Pressemitteilung :

„Pro Jahr sterben in Bayern etwa 60 Menschen durch einen Brand, etwa 70 Prozent von ihnen nachts.“ und „Mit einer gesetzlichen Pflicht könnten wir es schaffen, dass rund 80 Prozent aller privaten Wohngebäude mit Rauchmeldern ausgestattet werden“.

Fischer teilt freilich nicht  mit, wie viele Menschen gerettet werden könnten! Dabei wäre gerade dies das Maß der Dinge.
Aber gehen wir mal vom theoretischen Wert und Bestcase 48 Überlebende (80% von 60 Opfern), die dem Feuertod entrinnen können, aus.

Persönlich erwarte ich, dass Hausfrauen und – männer millionenfach auf Stühle und Haushaltsleitern klettern werden, um die Rauchwarnmelder von Spinnweben und Fliegendreck zu befreien. Klar, auch Kletteraktionen zur Beseitigung von Störungen des Gerätes oder des Batterieaustausches kommen hinzu.

Die Abgeordneten müssen sich klar sein, dass sie dieses Verhalten mit Ihrer Gesetzgebung provozieren bzw. erzwingen.

Derzeit sterben in Bayern knapp 700 Menschen durch Haushaltsunfälle. Ein Großteil der Verunglückten erliegt Kopfverletzungen, einer typischen Sturzverletzung.

Sollten tödliche Haushaltsunfälle durch gesetzgeberisch provozierte Heimkletteraktionen und Überkopfarbeiten, um nur 7% steigen, wären Erfolge aus der Brandbekämpfung überkompensiert. Neudeutsch wäre das Gesetz eine unverantwortliche „Killer-Applikation“.

Eine Steigerung von 7% halte ich in Anbetracht einer millionenfach höheren Nutzung von Haushaltsleitern und Hockern, sowie einer immer älter werdenden Gesellschaft und damit verbunden ,mit einer erhöhten Sturzgefahr des Einzelnen für realistisch.

Außerdem möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass der  7%-Wert zur Überkompensation nur erreicht werden müsste, wenn auf der anderen Seite der Idealfall von 80% Rauchmelder Errettenden einträte. Was in der Realität wohl kaum erreichbar ist.

Für mich ist es völlig unverständlich, dass wir vom Gesetzgeber gezwungen werden sollen, in unseren eigenen vier Wänden mit unserer Gesundheit Vabanque zu spielen.

Deshalb sollten alle Verantwortlichen noch mal in sich gehen, und überlegen, ob sie es verantworten können unter Umständen in der Endsumme mehr Tote erzwungen zu haben.

Im Zweifel für die Freiheit und Eigenverantwortung!

Unberücksichtigt habe ich an dieser Stelle mal die Punkte Überwachung, Bürokratie, Kosten gelassen. Ggf. werde ich aber darauf nochmals zurück kommen.

 

ergänzende Links:

Deutsche sind beim Putzen leichtsinnig