Risiko Rauchmelderpflicht

Es ist der 18. April 2012. Der bayerische Landtag berät und beschließt die Einführung einer Rauchwarnmelderpflicht in Bayern. Der Landtagsabgeordnete Dr. Andreas Fischer, der sich selbst als treibende Kraft der Zwangsmaßnahme sieht, behauptet jährlich sterben knapp 500 Menschen durch Rauch bzw. Feuer.

 

Der CSU-Innenexperte Florian Herrmann meinte gar, wie im Münchner Merkur nachlesbar, Rauch und Flammen würden 600 Tote im Jahr fordern.

 

Hätten Fischer oder Hermann Recht und ihr Angaben würde die Realität treffen, müsste man den Rauchmeldern absolute Unwirksamkeit bescheinigen. Die Rauchmelderpflicht müsste umgehend ad acta gelegt werden, denn 500 bis 600 Brand-Rauch-Opfer sind Opferzahlen aus den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Deutschland in keinem einzigen Bundesland eine Rauchmelderpflicht. Erstmals eingeführt wurde sie im Jahr 2003 in Rheinland-Pfalz.

Die Zahl der Rauch bzw. Flammenopfer sind seit 1980 rückläufig. Die Einführung einer Rauchmelderpflicht seit 2003 hat keinen merklichen Einfluß auf den langfristigen Trend. Fischer und Herrmann argumentieren mit 500 bis 600 Opfern. Dies sind Zahlen aus dem letzten Jahrhundert und entsprechen nicht der heutigen Realität.

Die Zahl der Rauch bzw. Flammenopfer sind seit 1980 rückläufig. Die Einführung einer Rauchmelderpflicht seit 2003 hat keinen merklichen Einfluß (Trendbeschleunigung) auf den langfristigen Trend. Fischer und Herrmann argumentieren mit 500 bis 600 Opfern. Dies sind Zahlen aus dem letzten Jahrhundert und entsprechen nicht der heutigen Realität.

 

 

Tatsächlich sind die Opferzahlen seit den 80ern kontinuierlich rückläufig. Zuletzt wies die Statistik für 2010 373 Opfer aus. Eine Trendbeschleunigung durch die Einführung der Rauchmelder ist nicht erkennbar. Spekulativ könne man behaupten, ohne Rauchwarnmelder wäre der langfristige Trend gebrochen worden. Aber Beweise hierfür gibt es nicht.

 

Seit Anfang der 90er Jahre waren die tödlichen Sturzunfälle rücklaufig. Anfang des Jahrtausends setze eine kurze Stagnation ein. Seit der Einführung der Rauchmelderpflicht nehmen die Todesfälle durch Sturz wieder zu.

Seit Anfang der 90er Jahre waren die tödlichen Sturzunfälle rücklaufig. Anfang des Jahrtausends setzte eine kurze Stagnation ein. Seit der Einführung der Rauchmelderpflicht nehmen die Todesfälle durch Sturz wieder zu.

Wie in meinen früheren Blogpost zu diesem Thema hege ich die Befürchtung, dass durch Reinigung und Wartung der Geräte tödliche Haushaltsunfälle provoziert werden.

Und zwar in einem höheren Maße als durch Rauchmelder Leben gerettet werden können.

 

Diesbezüglich sendete ich ein Fragenkatalog an das bayerische Innenministerium mit der Bitte um Beantwortung meiner Fragen. Tatsächlich wurde lediglich eine Frage nach der Grundlage für die Einführung der Rauchmelderpflicht beantwortet. Das Ministerium nannte mir das Positionspapier der bayerischen Feuerwehren <<Rauchmelder retten Leben>>.

 

Somit war der Fragekatalog fast für die Katz’. Jedoch zeigt die mangelhafte Beantwortung wie wenig Gedanken sich unsere Politiker bisher zum Thema gemacht haben. Ach ja, eine Kopie meines Fragenkatalogs wird nun an den Arbeitsgruppenleiter gesendet. Ob nun ein Denkprozess stattfindet?

 

Aufschlussreicher waren meine Recherchen beim Bundesamt für Statistik. Hierbei haben mich die tödlichen Sturzzahlen interessiert. Diese waren ausgehend von den 80er Jahren bis Anfang des Jahrtausends rückläufig und stagnierten kurzfristig. Seit Einführung der Rauchwarnmelderpflicht steigen nun diese Unfälle deutlicherer und kontinuierlicher als die Rauch-Brandopferzahlen rückläufig sind. Offensichtlich scheint sich meine Theorie zu bestätigen.

 

Der direkte Vergleich zeigt, dass langfristig die Zahl der Todesopfer durch Rauch bzw. Brand seit 1980 geringfügig rücklaufig sind. Hingegen die Zahl der Sturzopfer mit der Ausweitung der Rauchmelderpflicht (seit 2003) überproportional steigt.

Der direkte Vergleich zeigt, dass langfristig die Zahl der Todesopfer durch Rauch bzw. Brand seit 1980 geringfügig rücklaufig sind. Hingegen die Zahl der Sturzopfer mit der Ausweitung der Rauchmelderpflicht (seit 2003) überproportional steigt.

 

Auch hierzu schweigen Politiker und das bayerische Staatsministerium des Inneren.

Mein Fazit lautet die Gefahren für Leib und Leben der bayerischen Bevölkerung sind mit Einführung einer Rauchmelderpflicht größer als der Verzicht auf diese Zwangsmaßnahme.

 

Damit ich nicht falsch verstanden werde, in entsprechender Notsituation sind Rauchmelder sinnvoll.

Auf der anderen Seite sehe ich, dass die Rauchmelderpflicht den Bürgern im Alltagsleben durch gewagte Reinigung und Wartungsaktionen erst in Gefahr bringen. Zu unterschätzen ist auch nicht die Gefahr, die durch giftige Plastikausdünstung, speziell für Kleinstkinder und Säuglinge besteht.

Weniger Feuertote, mehr Tote durch Haushaltsunfälle

Rauchwarnmelder können leben schützen, oder:
Weniger Feuertote, mehr Tote durch Haushaltsunfälle

 

Alexander Spörr

 

Rauchwarnmelder können zweifelsfrei Leben retten.
Nur eine Installationspflicht, wie sie in den Bundesländern seit wenigen Jahren eingeführt wird, halte ich nicht für erstrebenswert.

Andreas Fischer, FDP Mitglied des bayerischen Landtages, sieht sich als treibende Kraft bei  der Zwangseinführung von Rauchwarnmeldern in privaten Haushalten und verweist darauf, dass es ihm eine Herzensangelegenheit ist. Ich kenne Andreas Fischer so gut, dass ich behaupten kann: „Ja, die Rauchwarnmelder liegen ihm am Herzen“. Doch das mit dem Herzen ist so eine Sache. Nur weil es vom Herzen kommt muss es nicht vernünftig bzw. richtig sein.

Andreas Fischer veröffentlichte in einer Pressemitteilung :

„Pro Jahr sterben in Bayern etwa 60 Menschen durch einen Brand, etwa 70 Prozent von ihnen nachts.“ und „Mit einer gesetzlichen Pflicht könnten wir es schaffen, dass rund 80 Prozent aller privaten Wohngebäude mit Rauchmeldern ausgestattet werden“.

Fischer teilt freilich nicht  mit, wie viele Menschen gerettet werden könnten! Dabei wäre gerade dies das Maß der Dinge.
Aber gehen wir mal vom theoretischen Wert und Bestcase 48 Überlebende (80% von 60 Opfern), die dem Feuertod entrinnen können, aus.

Persönlich erwarte ich, dass Hausfrauen und – männer millionenfach auf Stühle und Haushaltsleitern klettern werden, um die Rauchwarnmelder von Spinnweben und Fliegendreck zu befreien. Klar, auch Kletteraktionen zur Beseitigung von Störungen des Gerätes oder des Batterieaustausches kommen hinzu.

Die Abgeordneten müssen sich klar sein, dass sie dieses Verhalten mit Ihrer Gesetzgebung provozieren bzw. erzwingen.

Derzeit sterben in Bayern knapp 700 Menschen durch Haushaltsunfälle. Ein Großteil der Verunglückten erliegt Kopfverletzungen, einer typischen Sturzverletzung.

Sollten tödliche Haushaltsunfälle durch gesetzgeberisch provozierte Heimkletteraktionen und Überkopfarbeiten, um nur 7% steigen, wären Erfolge aus der Brandbekämpfung überkompensiert. Neudeutsch wäre das Gesetz eine unverantwortliche „Killer-Applikation“.

Eine Steigerung von 7% halte ich in Anbetracht einer millionenfach höheren Nutzung von Haushaltsleitern und Hockern, sowie einer immer älter werdenden Gesellschaft und damit verbunden ,mit einer erhöhten Sturzgefahr des Einzelnen für realistisch.

Außerdem möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass der  7%-Wert zur Überkompensation nur erreicht werden müsste, wenn auf der anderen Seite der Idealfall von 80% Rauchmelder Errettenden einträte. Was in der Realität wohl kaum erreichbar ist.

Für mich ist es völlig unverständlich, dass wir vom Gesetzgeber gezwungen werden sollen, in unseren eigenen vier Wänden mit unserer Gesundheit Vabanque zu spielen.

Deshalb sollten alle Verantwortlichen noch mal in sich gehen, und überlegen, ob sie es verantworten können unter Umständen in der Endsumme mehr Tote erzwungen zu haben.

Im Zweifel für die Freiheit und Eigenverantwortung!

Unberücksichtigt habe ich an dieser Stelle mal die Punkte Überwachung, Bürokratie, Kosten gelassen. Ggf. werde ich aber darauf nochmals zurück kommen.

 

ergänzende Links:

Deutsche sind beim Putzen leichtsinnig